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01.06.2006
VIB Robert Scherer feiert mit einer Finissage
das Ende der ersten großen Ausstellung
Im ALA – ARTE – Kunstkabinett für Graphik.
Eine starke Abordnung der Vinobarden freute sich mit VIB Robert
Wer am letzten Samstag am Nachmittag das schmucke Städtchen Ala betrat, merkte, daß etwas besonderes am Geschehen war. In den schmucken Gassen zogen schön gewandete Damen und Herren in Barockkostümen umher und führten die Gäste von Palazzo zu Palazzo. Es waren Leute vom Komiteè „ Ala, città del velluto“, die das Stadtbild schmückten und der Anlass war die Finissage im Palazzo Malfatti, nunmehr Palazzo Malfatti – Scherer benannt. Der bekannte Südtiroler Künstler hat in nur vier Jahren aus einer regelrechten Ruine einen barocken Palazzo wiedergewonnen, der sich sehen lassen kann, obwohl in den oberen Stockwerken noch sehr viel Arbeit einfließen wird. Die Bürger von Ala, von der Frau Bürgermeister bis zu den Freiwilligen, von denen die Feste gestaltet werden, sind alle hellauf begeistert über die Aktivitäten und den Wind, der dank Robert Scherer durch das verträumte Barock – Städtchen wirbelt.
Als die ersten Gäste aus dem Trentino, aber zahlreich aus Nord – und Südtirol, den Innenhof des Palazzo betraten, wurden sie mit Musik und von in Samt gekleideten Herrschaften empfangen. Gleich konnte man die Ausstellung in den Sälen des ersten Stockwerkes besichtigen, wo 5 Künstler interessante Werke aus ihrem graphischen Schaffen zeigten; der Palazzo Scherer ist ja als „AlArte“ als zukunftsweisendes Graphik – Kabinett ausgerichtet.
Im großen Musiksalon vermittelte die brillante Bozner Harfenistin Gertraud Chiocchetti die Besucher Stimmung, die in den Stuckaturen der Decke schwang.
Nach kurzen Grußworten der Bürgermeisterin Giuliana Tomasoni, des österreichischen Honorarkonsuls von Trient und des Grafen Johannes Trapp , vormals Herr des nahen Castel Beseno, wurden die Künstler, die alle anwesend waren einzeln vorgestellt, und von denen jeder in einem eigenen Saal ausstellte:
Rina Riva, die Grand Dame der Tiroler Malerei und Graphik, selbst in Ala geboren und, wie sie selbst andeutet, durch der Bäche und der liebe Wellen an den Passerstrand in Meran gelandet. Die Werke, die sie ausstellt und auch im Buch – Katalog aufscheinen, sind der andauernde Versuch, Innen – und Außenwelten und deren gegenseitige Beziehung aufzudecken.
Karen Kubala mit ihren großflächigen, an Röntgenbilder gemahnenden Visionen veranlasst Herbert Rosendorfer im Katalog u.a. zu schreiben:“ Das Leben ergibt sich aus den Zwischentönen. Das Grau der Trauer ist das edelste.“
Der hauptsächlich als Bildhauer im sakralen und öffentlichen Raum bekannte Michael Höllrigl, hat aus seinem Graphikzyklus „Fries der Schwarzen Frauen“ ausgestellt. Giancarlo Mariani schreibt über ihn:“ er macht aus stein weiche polster und stacheln gibt er die sanfte leichtigkeit der daunen“.
Die Radierungen von Gotthard Bonell, dem Maler, Zeichner, Radierer aber nicht weniger Sänger inspiriert Peter Weiermair zu folgenden Worten:“ Der ganze Zyklus gleicht einer Folge von Psychogrammen, die von ferne bereits an den musikalischen Expressionismus des frühen zwanzigsten Jahrhundert erinnern!“
Der Hausherr VIB Robert Scherer hat versucht aus dem weiten Meer seiner Werke eine kleine Auswahl zu treffen, Giancarlo Mariani dazu:“ ulixes ist robert scherer – durch , umherirrend in den meeren – wenn auch stürmisch - der kunst
doch robert ist taub für sirenengesang sogar aus venedig findet er zurück nach seinem itaka, dem vinschgau“
Herbert Rosendorfer, der Literat und Bestsellerautor, selbst auch Maler und Musiker, las dann, zur Freude der Anwesenden, Erwägungen über die Kunst aus seinem Buch „Ich geh zu Fuß nach Bozen und andere Geschichten“. Auch über jeden der Ausstellenden Künstler las er eine Passage aus dem Katalog.
Die Vorstellung des Buch – Kataloges wurde mit Spannung erwartet, nicht zuletzt in Hinblick auf die Autoren. Für die Texte zeichnen Martina Adami, G. di Maggio, Giancarlo Mariani, Dieter Ronte, Herbert Rosendorfer und Peter Weiermair. Die Fotos stammen von Karl Obkircher, Arno Pertl, Francesca Witzmann und Robert Scherer.
Nach der Buchvorstellung strömten alle in den Innenhof, wo die Gesellschaft noch bis in die Nacht hinein bei Speck und Grana, bei Luganeghe und Kaminwurzen, bei Musik und Gesang den lauen Frühlingsabend genoss.